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Bjoerns Blog
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Führerschein und Visum
Es gibt zur Abwechslung mal Gutes von der Bürokraten-Front zu berichten. Aber der Reihe nach. Vor einiger Zeit hatte ich mir um in Japan Auto fahren zu dürfen, bei einen der häufigen Besuche dort, eine Übersetzung in der Deutschen Botschaft erstellen lassen. Da man aber nur ein Jahr lang mit dieser Übersetzung fahren darf, empfahl mir der nette Botschaftsbeamte den Führerschein in einen Japanischen Führerschein umschreiben zu lassen. Das ginge auch ganz einfach, wurde mir versichert, man müsse lediglich zur Führerscheinstelle gehen und die Übersetzung einreichen. Also ganz so einfach ist es nicht, weswegen ich hier mal schreibe, was man (zu mindestens im Saitama-ken) machen muss. Also ich bin erstmal zur lokalen Polizeidienststelle getiegert, weil hier in Japan die Polizei für Führerscheinangelegenheiten zuständig ist. Dort wurde mir dann die Auskunft gegeben, ich müsse zum 免許センター (Menkyo-Center) nach 鴻巣 (Kounosu) fahren, was im Übrigen ziemlich in der Provinz liegt, von Kawagoe aus ca 40 Minuten mit der Bahn (über Omiya). An „gute alte Zeiten“ erinnerten mich die Öffnungszeiten, das „Beratungszimmer“ (2ter Stock) hat von 10 bis 11:30 geöffnet Dort muss man zuerst einen Antrag ausfüllen, dazu brauchte ich folgende Unterlagen :
Mit diesem Antrag ging es dann später erstmal an die Kasse und bezahlt 2400 Yen bzw kauft die entsprechenden Steuermarken und klebt sie auf den Antrag danach (nach der Mittagspause, in der ich einen Spaziergang durch dieses Kaff machte) zum Schalter 1 oder 2, genauer gesagt die Tür zwischen den beiden Schaltern (wie sich später herausstellte). Öffnungszeiten 13:00 – 13:30. Dort musste ich dann einen einfachen Sehtest machen. Danach beginnt dann der militärische Teil. „3ter Stock Zimmer 6“, wurde mir gesagt. Dort bekommt dann jeder eine Nummer und darf sich an einen Schreibtisch setzen. Ich wunderte mich und befürchtete schon, dass ich eine Prüfung ablegen sollte, also fragte ich nach, als ich an der Reihe war. Antwort : „Nein! Hinsetzen und abwarten!“ Erinnerte mich spontan an die Musterung für die Bundeswehr, dort wusste man auch nicht, was einen als nächstes erwartet. Ca 150 Leute versammelten sich und im Anschluss daran bekamen wir ein Sicherheitsvideo zum Thema Unfällen mit Fahrradfahrern vorgespielt. Highlight war meiner Ansicht nach der Bremstest mit einem Mamachari. Der Anhalteweg aus Tempo 20 betragt 7m – mag sein, gut dass das bei meinem Fahrrad nicht so ist, wie wäre sonst wohl der Anhalteweg aus Tempo 40 (was ich leicht erreiche). Egal, über die Verkehrsregeln habe ich dann am Tag später noch viel gelernt, das werde ich mal gesondert schreiben. Also man wartete dort und horte ich noch ein paar Worte über sicheres Fahren an und wie viele Leute in diesem und im letzten Jahr im Saitama-ken im Straßenverkehr ums Leben gekommen sind an und dann wurde der Zeitplan vorgestellt. Da heute nur „sehr wenige“ Leute (ich sagte schon ca 150) da sind, wurde man wohl „früh“ fertig werden, so gegen 16:30 (es war da gerade 14 Uhr). Übrigens waren die 150 Leute nicht alles Ausländer, sondern alle, die an diesem Tag den Führerschein gemacht hatten. Als nächstes durften wir dann den nächsten Antrag ausfüllen und der nette Polizeibeamte erklärte auch genau, wie man das machen soll. Danach ging es nach Nummern im Gänsemarsch in den ersten Stock an die Kasse – Antrag abgeben und 1600 Yen bezahlen und schon mal die Schutzhülle, ein Service-Heft für Saitama-ken mit Werkstätten usw und eine „Sicherheits-Strassenkarte“ für den Saitama-ken in Empfang nehmen. Lustige Beobachtung : Fast alle Japaner nehmen eine Hülle, in lateinischen Buchstaben „License“ steht, Ausländer (mich natürlich inkl.) nehmen überwiegend eine Hülle auf der 運転免許証 (Führerschein auf jap) steht. Danach wieder im Gänsemarsch (nach Nummern) zurück in den dritten Stock und den nächsten Antrag ausgefüllt Danach dann, wieder nach Nummern zum Fotografieren. Die militärische Organisation erklärt übrigens auch das – sehr schone – Foto von mir. Es ging wie gesagt der Reihe nach – immer „Nächster! - Setzen! - Hierher schauen!“ Blitz, „Nächste! - ...“ Danach wieder in Zimmer 6 3ter Stock an den nummerierten Platz zurück Dort heißt es dann auf den Führerschein warten und noch einigen Worten zum Thema Verkehrssicherheit lauschen. Noch einmal nach Nummern sortiert aufmarschieren, Führerschein entgegen nehmen und das war 's dann auch schon, wieder einmal neigt sich ein erfüllter Behördentag dem Ende und einige glückliche 外人 (Ausländer) und 日本人 (Japaner) mehr kehren glücklich und zufrieden mit einem Führerschein nach Hause zurück
Am Abend dann erfuhr ich die Nachricht, dass ich Post von der Ausländerbehörde habe Schlauer weise hatte die AB die Post an meine alte Adresse geschickt – gut das ich beim letzten mal, als ich dort vor Ort war, 3 mal nachgefragt habe, ob sie denn auch meine neue Adresse haben und etwaige Post auch dorthin schicken werden. Egal – gut, dass meine alte Adresse die Adresse von meinen Schwiegereltern ist, also hat mich die Post dann doch noch erreicht. Seit dem letzten mal befürchtete ich schon das Schlimmste – die Karte war auf englisch geschrieben, also konnte mir niemand sagen, was für eine Bedeutung die Karte hatte (No entiendan ingles). Dementsprechend gut habe ich dann auch geschlafen – nämlich gar nicht. Am nächsten Morgen also erstmal die Post abholen und große Erleichterung, ich darf dort antanzen und mein Visum abholen. Also auf nach Shinagawa (mal wieder). Von Kawagoe aus hat man übrigens die Wahl, ob man mit der Tobu-Tojo-Line fährt (über Ikebukuro) oder mit JR über Omiya. Normalerweise fahre ich mit der Tobu-Line, weil das billiger kommt, aber an diesem Tag wollte ich früh ankommen und für also mit JR (200 Yen teurer). Der Vorteil an JR ist, dass man mit der Rinkai-Line von Kawagoe bis Osaki durchfahren kann (eine Station vor Shinagawa) und da der Zug ab Kawagoe fährt, ist die Chance auf einen Sitzplatz groß. Auch ist JR ein paar Minuten schneller, allerdings wie gesagt teurer. Die Spekulation auf einen Sitzplatz ging auf, aber genau an diesem Tag gab es einen Unfall, so dass der Zug ca 30 Minuten Verspätung hatte. In der AB gab es nichts besonderes, warten halt, wie immer – nochmals 4000 Yen abdrucken. Der clevere 外人 kauft die Marke, bevor er sich in die Reihe stellt. Das wird einem auch auf Anzeigetafeln geraten (in japanisch und englisch), die meisten Menschen kapieren dass auch, allerdings weiß ich nicht, welche Sprache man in den USA so spricht, denn Amis scheitern oft an dieser anspruchsvollen Aufgabe. Wenn ich übrigens Amis beobachte, muss ich oft an die Debatte um Integration in Deutschland denken. Wirklich alle Ausländer die augenscheinlich in Japan leben, Afrikaner, Chinesen, Koreaner, Südamerikaner, Ost-Europäer schaffen es wenigstens ein paar Worte auf japanisch herauszubringen, nur Amerikaner/innen nicht Das kann man ja noch ertragen, aber dass immer lauthals gelästert wird, wie schlecht „hier“ alle Englisch sprechen muss echt nicht sein, schließlich ist Englisch hier nicht die Amtssprache. Nach bezahlen und warten auf eine Nummer, war dann erstmal Pause für mich. Meine Nummer war 303, aktuell war die Nummer um 100 und es waren noch 40 Minuten bis Mittag, also Zeit für einen Spaziergang. Das Wetter war übrigens sehr schon, wie man vielleicht auf den Fotos sehen kann. Ich fand sogar einen schonen Platz mit einer Bank, wo ich etwas rasten konnte. Um 13 Uhr ging es dann weiter in der AB. Es ging auch sehr Zugig voran, weil viele Leute wohl noch nicht zurück von der Mittagspause waren. So bekam ich also endlich mein 1-Jahres-Visum. Also habe ich nun ein ganzes Jahr meine Ruhe von der AB – YEAH! Jetzt nur noch einmal zum Rathaus und eine neue Ausländerkarte beantragen, da sich mein Visa Status ja geändert hat – bin jetzt 定住者“Long Term Resident“
20:19 Uhr |
blah
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Fotos von gestern (Shinagawa/Tokyo) und vorgestern (Kounosu)
Einfach nur ein paar Bilder, ohne viel Text.
20:04 Uhr |
reise
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