Bjoerns Blog
Archiv 21. April 2006

炊飯器を買いました。

炊飯器を買いました。

Was ein echter Bewohner dieses Landes sein will, der Benötigt Natürlich einen Reiskocher (炊飯器 – suihanki). Ich entschloss mich einen neuen Reiskocher zu kaufen, nachdem ich den gebrauchten, den ich geschenkt bekommen hatte zum reinigen geöffnet hatte. Wegen der Kakerlakenplage hier, öffne ich generell jedes elektrische Gerät und reinige es von innen, weil ich, absolut keine Lust habe meinen Wohnraum mit Kakerlaken zu teilen. Weil Reiskocher immer schon warm sind, ist es der ideale Brutplatz für Kakerlaken, wie sich herausstellte. Weil mir also der gebrauchte Kocher zu eklig war, habe ich für 5000 Yen einen neuen Kocher gekauft. Hier ein Foto von dem gutem Stück.


Unser Reiskocher - "National SR-LC10-W"

Kakerlakenverseuchungs Top 5


  1. Reiskocher (ゴキブリホテル)

  2. Fernseher

  3. Videorecorder

  4. Stereoanlage

  5. Möbel

Im Kabelaufroller eines Reiskochers habe ich einen Kakerlak gefunden, der so gross war, dass der nicht mehr raus konnte (so 4 cm ohne Fuhler). Anscheinend ernährte die sich von ihren kleineren Artgenossen – echt nicht appetitlich.

Die Toleranz vieler Menschen hier gegenüber Kakerlaken ist großer als meine. Immer wieder höre ich : „Da kann man nichts machen.“ Mag ja sein, dass man die Viecher nicht generell ausrotten kann, aber im Wohnbereich muss man die wirklich nicht dulden. Mit ein wenig Hygiene geht das. Dazu gehört allerdings, dass man seine Essensreste nicht überall herumstehen lasst und sein Geschirr gleich abwascht – nicht jedermanns Sache (fallt mir spontan auch das Studentenwohnheim in Ilmenau ein – igitt). Was auch hilft ist das vernünftige Abdichten aller Löcher zu den Wand Zwischenräumen. Auch so eine Sache, die mich nervt. Wenn hier ein Handwerker etwas installiert, wird einfach ein Loch in die Wand gekloppt (nicht etwa mit einer Rundsäge gesagt, sondern einfach irgendwie rausgebrochen), dann das Rohr, Kabel oder sonst was durch gestopft und fertig. Da darf man sich dann auch nicht wundern wenn es zieht und „Besucher“ kommen. Die Qualität der Handwerklichen Arbeiten sind hier im allgemeinen nicht so toll – jedenfalls was ich bis jetzt gesehen habe, hatte ich ohne Probleme besser machen können. Sei es tapezieren, Leitungen verlegen oder Fensterladen reparieren. Machen durfte ich es allerdings nicht selber, weil es alles Vermietersachen war und die einem das hier nicht zutrauen. So lass ich die dann halt machen – und verbessere es dann später.

Visaproblematik und ueberhaupt

Nun, mal wieder etwas Zeit ein wenig zu schreiben. Zur Zeit gibt es allerdings nicht viel zu berichten. Arbeitserlaubnis / Visum lasst noch auf sich warten, aber die Mühlen der Bürokratie sind schwer am Malen. Letzte Woche kam erstmal ein Brief von der Einwanderungsbehörde, dass sie nochmal einige Papiere brauchten. Welche Dokumente benötigt werden hängen anscheinend stark vom Sachbearbeiter ab, da sich die Dokumente, die ich einreichen musste doch stark von der Liste unterscheiden, die man angeblich einreichen muss. Auch habe ich zwei verschiedene Listen erhalten mit Dokumenten, die man braucht – also wohl auch Tagesform abhängig. Benötigt wurde eine Meldebescheinigung (Kawagoe Rathaus – 150 Yen), nochmal einen Text wie/warum/wo ich und Rosa uns kennen gelernt haben (habe da eine schone A3 Seite mit Bildern angefertigt :-) ), die vorige Version enthielt zu wenige Details. Wie in Deutschland wird bei Ehen mit Ausländern erstmal prinzipiell eine Scheinehe unterstellt – übrigens wenn man im Internet mal danach sucht (Google : Ehe, Ausländer), kann man nachlesen, wie viel Frust auch in Deutschland von den Behörden erzeugt wird. Das ist auch so eine Sache der Definition von „Freie Welt“ - man darf nämlich eben nicht den heiraten, den man will..

Als Bonus möchten die Herrschaften von der Auslanderbehörde noch eine Heiratsurkunde von der peruanischen Botschaft. Hier zeigen sich wohl auch die Selbstzweifel an der Leistungsfähigkeit der eigenen Behörden, oder woraus erklärt es sich, dass der Japanischen Urkunde keine Bedeutung beigemessen wird? Normalerweise wäre es mir egal und ich wurde das Dokument einfach einreichen, nur leider ist Peru ziemliche Bananenrepublik ein seltsames Land in Sachen Bürokratie. Jedenfalls erkennt die Peruanische Botschaft keine im Ausland getätigten Eheschließungen an, weswegen man nochmal in der Peruanischen Botschaft getraut wird. Natürlich dauert das – und dauern heißt bei der Peruanischen Botschaft ein halbes Jahr. Wir haben uns schon recht früh, noch bevor wir offiziell verheiratet waren, einen Termin geholt, weswegen wir „schon“ Mitte Juni einen Termin haben. Nun will (und kann ich wegen Visum) nicht bis Juni warten. Auch weiß ich genau, dass es sich von Seiten der Ausländerbehörde um reine Schikane handelt, weil die genau wissen, wie die Verhältnisse in Peru sind. Es gibt nämlich haufenweise Peruaner hier, also durfte der Fall nicht gerade selten sein, dass ein Peruaner oder eine Peruanerin hier heiraten. Was übrigens sehr positiv an der Peruanischen Botschaft ist, ist dass einem die freundlichen Beamten dort mit Verständnis begegnen und auch merkwürdige Dokumente erstellen, auch wenn es sich nicht um einen Standard handelt. In unserem Fall wurde halt flugs ein Dokument erstellt, in dem Beschrieben ist, warum wir erst später in der Botschaft getraut werden. Das ganze sogar auf Englisch. In der Deutschen Botschaft ist so was nicht möglich – da wird dann einfach gesagt : „Das ist Quatsch, so was gibt es nicht, solch ein Dokument gibt es nicht.“ Ich denke mal die Peruaner haben da mehr Spielraum – oder einfach mehr Verständnis oder Erfahrung mit dem Umgang mit japanischen Behörden

Der letzte Brief vom Ausländeramt hat mich neben Nerven auch wiedereinmal ca 10.000 Yen, 3 Tage gekostet. Rosa musste wieder 2 Urlaubstage opfern, weil natürlich bei Botschaft und Rathaus persönliches Erscheinen Pflicht war, weswegen sie die nächsten 2 Sonntage wohl arbeiten muss. :-( Wann hatten wir eigentlich mal so richtig zusammen frei? Alle Urlaubstage gehen für so eine gequ... Sch... drauf. >:-[

Jedenfalls in Sachen Bürokratie kann ich definitiv parallelen zwischen Deutschland und Japan erkennen – absolut absurd. Als nicht betroffener kann man sich gar nicht vorstellen, was die so alles haben/wissen wollen.

Archiv 21. April 2006