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Bjoerns Blog
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Burrocracia
Zum Thema Bürokratie : Falls noch jemand auf die absonderliche Idee kommen sollte, in Japan, eine/n Peruaner/inn zu heiraten mache er/sie sich auf einiges an Papierkrieg gefasst. Als Deutscher braucht man eigentlich nur ein Dokument, ein Ehefähigkeitszeugnis – klingt einfach, allerdings braucht man für dieses auch wieder diverse Dokumente, insbesondere aus Peru und die natürlich von A-Z übersetzt, gestempelt, mit Postillen versehen, beglaubigt, das ganze dann neu und in unter einem Monat bitteschön. Ohne Angehörige oder gute Freunde in Peru und Deutschland ist das nicht zu machen. Ich beschäftigte meine Eltern und Rosa ihren Bruder mit den nötigen Behördengängen. Für das Japanische Rathaus brauchten wir : Reisepässe (natürlich)外国人登録書明証 (Gaikokujintorokushomeisho = Ausländerkarte) Rosa : peruanische DNI (so was wie Personalausweis) neue Geburtsurkunden mit Übersetzung ins Japanische deutsches Ehefähigkeitszeugnis (Bjoern – Rosa) dafür : neue Geburtsurkunde Rosa, mit Postille vom ausw. Amt Perus, mit deutsche Übersetzung und Beglaubigung der Deutschen Botschaft in Lima Abstammungsurkunde, gleiches wie Geburtsurkunde Ledigkeitserklärung, gleiches wie Geburtsurkunde Antrag auf Erteilung eines Ehefähigkeitszeugnisses, dazu Nachweis der jeweiligen Identität durch persönliches Erscheinen in der Deutschen Botschaft in Tokio Auszug aus dem Standesamtsregister Bjoern Geburtsurkunde Bjoern Meldebescheinigung Bjoern jap. Übersetzung vom Ehefähigkeitszeugnis Wenn man das dann alles zusammen hatte, durfte man noch die nötigen Papiere (nur 2 A3 Seiten) für den Japanischen Amtsschimmel ausfüllen und mit zwei Zeugen persönlich aufkreuzen und schon ist man verheiratet. So kompakt hingeschrieben sieht das nach wenig aus, aber die 3 Monate, die es nun gedauert hatte, waren wirklich das Minimum, so wie es mir das deutsche Botschaftspersonal auch prophezeit hatte. Besonders die Übersetzungen und Beglaubigungen kosten einen Haufen Geld – jedes Dokument schlägt mit mindestens 3500 Yen zu Buche, allerdings alles was vom oder ins Deutsche übersetzt werden musste war teurer. Auch die Deutsche Botschaft schlägt (neuerdings, wie ich mir habe sagen lassen) ordentlich zu, was Gebühren angeht. Man ist dort übrigens selber nicht Begeistert davon, da der bürokratische Mehraufwand wohl die Einnahmen übersteigt – aber „Anordnung von Oben“. Als nächstes arbeite ich daran ein ordentliches Visum zu erlangen, dagegen erscheint die Heirat ein Kinderspiel zu sein. Als besonderes Highlight sei hier erwähnt, dass ich einen detaillierten Bericht schreiben muss, wann/wo ich Rosa getroffen habe, wann/wo/wie wir uns verlobt haben, was wir mit wem wann wo und wieso gemacht haben und wieso wir geheiratet haben und dann noch ausgerechnet hier bleiben wollen.... Woher kenne ich das nun wieder? Kindheit, Reise durch den kommunistischen Osten Europas? „Was ist das?“ „Dreckige Wäsche“ „Aha – wessen?“ „Na unsere!“ „Was wollen sie damit in (X)?“ „Ähm – waschen?“ „Was!? Öffnen!“ Aber das geht schon in Ordnung – dient ja zur Sicherung des real existierendem Sozialismus oder Terrorabwehr und was weiß ich nicht was. Wird schon alles seinen Grund haben und spätestens seit der Diskussion um Gesinnungs-Fragebögen in Deutschland und den Niederlanden weiß ich ja, dass man natürlich nur die Wahrheit schreibt...
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