Bjoerns Blog

Wohnungssuche - oder

Zur Zeit beschäftige ich mich sehr intensiv damit eine Wohnung zu finden. Das Problem ist nicht, dass es keine Wohnungen gibt, im Gegenteil – 2 oder 3 Zimmerwohnungen gibt es wie Sand am Meer. Das Problem ist vielmehr, das bei 90% der Wohnungen Ausländer generell unerwünscht sind. Auch wollen die Vermieter alles mögliche über einen wissen, also von Arbeit angefangen bis zu Aufenthaltsort der Eltern, bla und was weiß ich noch nicht alles. Auch muss man als Ausländer einen Japaner (oder mindestens einen „Permanent Resident“) kennen, der für einen bürgt, sonst kann man keine Wohnung mieten. Ich finde das ja etwas übertrieben, wenn man bedenkt, dass ich ja nur ein 1 oder 2 Zimmer Apartment mieten möchte, für ca 30000-40000 Yen, also etwas, was man in Deutschland als „Studentenbutze“ bezeichnen würde. Mich wundert es, dass die Vermieter bei einem so hohen Anteil an leer stehenden Wohnungen so wählerisch sind, aber andererseits nicht mein Problem – gehe ich halt woanders hin. Es gibt ja andere Ausländer, die sich auf die Vermietung an andere Ausländer spezialisiert haben – mache ich halt mit denen meine Geschäfte – sind sowieso netter.

übrigens habe ich mal nachgefragt, warum es immer heißt „keine Ausländer“. Die Antwort war etwas komisch. „Ausländer haben eine andere Kultur und da gibt es dann Probleme.“ Da ich mit dieser schwammigen Formulierung nichts anfangen konnte, habe ich mal nachgefragt, ob es denn da ein Beispiel gäbe. Antwort in etwa : „Ja – hm – nein, weiß ich nicht, bin ja kein Ausländer.“ Gut, ich kann mir das schon vorstellen, wahrscheinlich denken einige Leute, der Ausländer an sich, feiert, Gummistiefel tragend, laute, blutige Orgien in Tatami-Zimmern. :-) oder so ähnlich, was weiß ich, ich bin kein Japaner.

Lustig ist auch die Preisgestaltung bei den Mieten. Erdgeschoss kostet weniger, denn jeder möchte höher wohnen um keine Nachbarn zu haben (komischer Gedanke, wo doch fast alle Häuser mehrgeschossig sind). Zweiter Stock (also in De erstes OG) kostet folglich mehr – macht ja auch Sinn. Allerdings ist es (manchmal?) ab dem dritten Stock wieder billiger – auf Nachfragen wurde mir gesagt, dass es ja dann wieder so hoch sei und anstrengend von wegen Treppen und so. Ach so und westliche Zimmer (Holzfussboden – sprich Laminat) ist teurer als Tatami – gut für mich, ich mag Tatami lieber als Kunststoff – aber gut ich bin ja auch abartig :-)

Die Sache mit dem Plastik hatte ich ja schon erzählt, oder? Hier wird immer viel Wert darauf gelegt, dass z.B. Kleidung aus „100 % Polyester“ oder „Echt Kunstleder“ ist. Baumwolle und Leder werden hier wohl als ekelhaft angesehen – schon komisch. Das ist mir mal beim Klamotten kaufen aufgefallen.

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