Bjoerns Blog

Mamachari Testdrive

Jetzt mal zu meinem Erlebnis mit einem Mamachari, man könnte auch sagen mein Fahrbericht. Ich hatte das Vergnügen mit diesem Gefährt die 6km von Kawagoe nach Fujimino zu fahren, wahrlich eine Erkenntnis. Als erstes musste ich mir den Sattel mal auf eine richtige Höhe stellen. Dabei fiel mir auf, warum so gut wie kein Mamachari ein Rücklicht hat. Es ist einfach kein Platz vorhanden um ein solches zu montieren. An Fahrrädern montiert man ggf ein Batterie betriebenes Rücklicht an der Sattelstange, bei einem Mamachari ist das allerdings unmöglich, weil der Sattel ja IMMER auf niedrigste Stufe gestellt ist. Nach dem ich einige Meter gefahren war, verstand ich auch, warum alle Japaner meinen, es wäre so unheimlich gefährlich schnell Fahrrad zu fahren. Eine Bremswirkung lässt sich kaum verzeichnen, allerdings ein Enormer Lärm, wenn man die Bremse voll durchzieht. Das Handling lässt sich in etwa mit einem überladenen Monstertruck mit Platten vergleichen. Wenn man das Vergnügen hat im Dunkel zu fahren und den Dynamo einschaltet, der für das Vorderlicht zuständig ist, wird die Fahrt durch angenehmes Heulen untermalt. Zusätzlich heult der Wind auch noch durch den Fahrradkorb, wohl dem, der Kopfhörer und Musik dabei hat.

Der Sattel verdient es ebenfalls besonders erwähnt zu werden. Er ist so weich, dass man die Sattelstange durch ihn spürt. Es war auch seit sehr, sehr langer Zeit das erste mal, dass ich ein Fahrrad ohne Schaltung gefahren bin. Man weiß erst, wie gut eine Schaltung ist, wenn man mal wieder ohne eine gefahren ist. Vorsichtshalber und wohl, damit man nicht zu schnell voran kommt, hat man dem Mamachari mit dem ich gefahren bin, eine Übersetzung verpasst, die wohl in etwa dem 3ten Gang meiner 21 Gangschaltung entspricht.

Was wirklich positiv ist, an einem Mamachari ist, dass man wirklich keine Angst mehr vor etwaigen Kollisionen hat – ansonsten denke ich immer „Oh, mein armes Fahrrad.“ Auf dem Mamachari denke ich mir „Los, komm doch! Ich ramm' Dir 'ne Beule rein“ ;-)

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