Bjoerns Blog
Archiv 15. März 2006

Die Sache mit dem Internet

Mein Blog ist zur Zeit leider überhaupt nicht auf dem Laufenden, weil ich kein Internet habe zur Zeit. Ich hoffe, dass sobald ich eine neue Wohnung habe, ich DSL bekommen kann. Hauptsache ich muss mich dann nicht mit einer nervigen Windows-Einwahl-Software rumärgern...

Wohnungssuche - oder

Zur Zeit beschäftige ich mich sehr intensiv damit eine Wohnung zu finden. Das Problem ist nicht, dass es keine Wohnungen gibt, im Gegenteil – 2 oder 3 Zimmerwohnungen gibt es wie Sand am Meer. Das Problem ist vielmehr, das bei 90% der Wohnungen Ausländer generell unerwünscht sind. Auch wollen die Vermieter alles mögliche über einen wissen, also von Arbeit angefangen bis zu Aufenthaltsort der Eltern, bla und was weiß ich noch nicht alles. Auch muss man als Ausländer einen Japaner (oder mindestens einen „Permanent Resident“) kennen, der für einen bürgt, sonst kann man keine Wohnung mieten. Ich finde das ja etwas übertrieben, wenn man bedenkt, dass ich ja nur ein 1 oder 2 Zimmer Apartment mieten möchte, für ca 30000-40000 Yen, also etwas, was man in Deutschland als „Studentenbutze“ bezeichnen würde. Mich wundert es, dass die Vermieter bei einem so hohen Anteil an leer stehenden Wohnungen so wählerisch sind, aber andererseits nicht mein Problem – gehe ich halt woanders hin. Es gibt ja andere Ausländer, die sich auf die Vermietung an andere Ausländer spezialisiert haben – mache ich halt mit denen meine Geschäfte – sind sowieso netter.

übrigens habe ich mal nachgefragt, warum es immer heißt „keine Ausländer“. Die Antwort war etwas komisch. „Ausländer haben eine andere Kultur und da gibt es dann Probleme.“ Da ich mit dieser schwammigen Formulierung nichts anfangen konnte, habe ich mal nachgefragt, ob es denn da ein Beispiel gäbe. Antwort in etwa : „Ja – hm – nein, weiß ich nicht, bin ja kein Ausländer.“ Gut, ich kann mir das schon vorstellen, wahrscheinlich denken einige Leute, der Ausländer an sich, feiert, Gummistiefel tragend, laute, blutige Orgien in Tatami-Zimmern. :-) oder so ähnlich, was weiß ich, ich bin kein Japaner.

Lustig ist auch die Preisgestaltung bei den Mieten. Erdgeschoss kostet weniger, denn jeder möchte höher wohnen um keine Nachbarn zu haben (komischer Gedanke, wo doch fast alle Häuser mehrgeschossig sind). Zweiter Stock (also in De erstes OG) kostet folglich mehr – macht ja auch Sinn. Allerdings ist es (manchmal?) ab dem dritten Stock wieder billiger – auf Nachfragen wurde mir gesagt, dass es ja dann wieder so hoch sei und anstrengend von wegen Treppen und so. Ach so und westliche Zimmer (Holzfussboden – sprich Laminat) ist teurer als Tatami – gut für mich, ich mag Tatami lieber als Kunststoff – aber gut ich bin ja auch abartig :-)

Die Sache mit dem Plastik hatte ich ja schon erzählt, oder? Hier wird immer viel Wert darauf gelegt, dass z.B. Kleidung aus „100 % Polyester“ oder „Echt Kunstleder“ ist. Baumwolle und Leder werden hier wohl als ekelhaft angesehen – schon komisch. Das ist mir mal beim Klamotten kaufen aufgefallen.

Beim Arzt

Letzte Woche war ich krank, eine Mandel-Infektion. Nun konnte ich mal das Japanische Gesundheitssystem in Aktion erleben. Was wirklich gut ist, ist dass die Wartezeit beim Arzt (bzw bei der Klinik) wirklich kurz war, da ist man ja in Deutschland anderes gewöhnt. Eine Untersuchung kostet ca 3000 Yen, was ganz ok ist. Ich muss ja nun erstmal alles vor strecken und bekomme es dann später von meiner Versicherung zurück (hoffentlich). Man bekommt, wie in Deutschland ein Rezept für Medikamente, die man dann in der Apotheke kaufen kann. Was wirklich nervig war war, dass die Wartezeit in der Apotheke ca dreimal so lange war, wie beim Arzt. Apotheke halt. Was allerdings wirklich gut ist in Japan ist, dass man nur die Medikamente bekommt, die man auch braucht, also auf den Tag abgezählt. So hat man nicht wie in Deutschland nach einer Krankheit immer 3 angebrochene Packungen herumliegen – die man ja auch (bzw die Versicherung) unnötiger Weise bezahlt hat. Auch bekommt man zu jedem Medikament einen Zettel ausgedruckt, auf dem nochmal alles genau drauf steht, also wann man was einnehmen muss usw. Warum wird das in Deutschland eigentlich nicht genauso gemacht? Ich glaube da gibt es ein gutes Einsparpotential bei den Medikamentenausgaben. Wenn ich mich erinnere gab es ja vor einiger Zeit mal eine Diskussion um kleinere Packungsgrössen – das würde man sich so ja sparen.

Mamachari Testdrive

Jetzt mal zu meinem Erlebnis mit einem Mamachari, man könnte auch sagen mein Fahrbericht. Ich hatte das Vergnügen mit diesem Gefährt die 6km von Kawagoe nach Fujimino zu fahren, wahrlich eine Erkenntnis. Als erstes musste ich mir den Sattel mal auf eine richtige Höhe stellen. Dabei fiel mir auf, warum so gut wie kein Mamachari ein Rücklicht hat. Es ist einfach kein Platz vorhanden um ein solches zu montieren. An Fahrrädern montiert man ggf ein Batterie betriebenes Rücklicht an der Sattelstange, bei einem Mamachari ist das allerdings unmöglich, weil der Sattel ja IMMER auf niedrigste Stufe gestellt ist. Nach dem ich einige Meter gefahren war, verstand ich auch, warum alle Japaner meinen, es wäre so unheimlich gefährlich schnell Fahrrad zu fahren. Eine Bremswirkung lässt sich kaum verzeichnen, allerdings ein Enormer Lärm, wenn man die Bremse voll durchzieht. Das Handling lässt sich in etwa mit einem überladenen Monstertruck mit Platten vergleichen. Wenn man das Vergnügen hat im Dunkel zu fahren und den Dynamo einschaltet, der für das Vorderlicht zuständig ist, wird die Fahrt durch angenehmes Heulen untermalt. Zusätzlich heult der Wind auch noch durch den Fahrradkorb, wohl dem, der Kopfhörer und Musik dabei hat.

Der Sattel verdient es ebenfalls besonders erwähnt zu werden. Er ist so weich, dass man die Sattelstange durch ihn spürt. Es war auch seit sehr, sehr langer Zeit das erste mal, dass ich ein Fahrrad ohne Schaltung gefahren bin. Man weiß erst, wie gut eine Schaltung ist, wenn man mal wieder ohne eine gefahren ist. Vorsichtshalber und wohl, damit man nicht zu schnell voran kommt, hat man dem Mamachari mit dem ich gefahren bin, eine Übersetzung verpasst, die wohl in etwa dem 3ten Gang meiner 21 Gangschaltung entspricht.

Was wirklich positiv ist, an einem Mamachari ist, dass man wirklich keine Angst mehr vor etwaigen Kollisionen hat – ansonsten denke ich immer „Oh, mein armes Fahrrad.“ Auf dem Mamachari denke ich mir „Los, komm doch! Ich ramm' Dir 'ne Beule rein“ ;-)

Ubuntu auf meinem antiken Laptop

Nach langer Zeit komme ich endlich mal wieder dazu etwas zu bloggen, ich weiß schon gar nicht mehr, womit ich überhaupt anfangen soll.


Linux auf dem Laptop.

Endlich bin ich mal dazu gekommen mir auf meinem (antiken) Laptop hier ein vernünftiges Betriebssystem zu installieren. Normalerweise ist eine Linux-Installation ein Klacks für mich, aber diese Antike Kiste hat leider weder ein CDROM noch die Möglichkeit von USB zu booten.

Nachdem ich zuerst versucht habe ein Gentoo zum laufen zu bringen, was daran scheiterte, dass ich keine geeignete Bootdiskette gefunden habe (Netzwerkkarte, chroot, etc) und die Debian-Installations-Disketten gescheitert sind, habe ich es mit Ubuntu versucht und siehe da es hat geklappt. Zwar ist es etwas nervig 5 Disketten zu erstellen (man Bedenke die Durchschnittliche Zuverlässigkeit dieses Mediums), dafür läuft die Installation aber auch so gut wie automatisch ab. Das System läuft sogar erstaunlich schnell, selbst X.org und Gnome laufen erträglich. Auch OpenOffice 2.0 funktioniert ganz gut. Das einzige was etwas Nerven gekostet hatte war die Einrichtung der Grafikkarte (X und Framebuffer) sowie die Soundkarte. Die Hoffnung die 0815 Cisco WLAN-Karte unter Linux ans Laufen zu bringen hatte ich zuerst aufgegeben, aber mit NDISWRAPPER hat es sogar geklappt – erstaunlich. Nun habe ich mir sogar einen USB-HUB zugelegt und kann nun meine externe HD, IPOD, Maus und Memory Stick gleichzeitig betreiben. Wenn ich jetzt nochmal irgendwo günstig RAM für die Kiste bekommen könnte, wäre der Rechner schon fast gut.

Intel Celeron 333, 96MB RAM, 4GB HDD, Floppylaufwerk

Archiv 15. März 2006