Bjoerns Blog
Archiv Januar 2006

Update Teil 1

Jetzt sitze ich hier vor meinem Computer und weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Die letzten Tage habe ich ja sehr wenig berichtet, allerdings hatte das auch seinen guten Grund, wie weiter unten zu erfahren.

Nachtrag : Beim schreiben bemerke ich, dass ich viel zu schreiben habe, deshalb werde ich das Update in mehreren Teilen posten.

Also, mal sehen, wo fange ich an, am besten damit, was ich zuerst versprochen habe:

Samstag (14.01): Eigentlich wollte ich an diesem Tag mit Rosa einen Ausflug machen, weil ich noch mein „Seishun 18 Kippu“ hatte, was am 20.01 abgelaufen seien würde. Am Samstag kam leider etwas dazwischen, da am Samstag sowieso schlechtes Wetter (Regen ohne Ende) war, störte mich das weniger. Im Nachhinein war es sogar gut, dass es so gekommen ist, ich möchte mir unsere Wanderung nicht an einem Regentag vorstellen. Stattdessen hatten wir wieder eine Fiesta im Krankenhaus (L. besuchen).

Am Sonntag vorletzte Woche (15.01) war ich mit Rosa wandern in Nikko (Wikipedia Link). Wie das so ist, wenn man mit mir auf Reisen geht, ist die Reise etwas unkonventionell. Wer mich und meine Vorliebe für „ausgedehnte Spaziergänge“ und „Abkürzungen“ kennt, kann sich in etwa vorstellen, wie es war. Gut, dass Rosa auch gerne wandert. Wir fanden jedenfalls einen kleinen Weg, der laut Karte 6 km um Nikko führen sollte. Höhenangaben wurden leider keine gemacht und ich dachte mir, dass erfahrungsgemäß die Wanderwege in Japan ja eher leicht sind. In diesem Punkt sollte ich mich getäuscht haben :-) Es ging recht steil aufwärts, auf über 1100m und im Nachhinein lässt sich sagen, dass es wohl eher Bergsteigen als Wandern war. Teilweise mussten wir uns an bewährten Seilen herabhangeln oder heraufziehen und auch die Tatsache, dass es am Tag zuvor stark geregnet hatte und der Weg aufgeweicht war, machte die Sache nicht einfacher. Gut, dass ich in meinem „Pandora's box“ genannten Rucksack etwas Essbares und vor allem Getränke mit dabei hatte. Insgesamt haben wir für die Strecke einige Stunden gebraucht – natürlich Paar bedingt auch etwas aus gebremst ;-) Der Tag war sehr schön, auch wenn wir am Ende der Wanderung aussahen wie zwei kleine Schweinchen („Nosotros somos chanchitos“). Am Abend waren wir dann noch romantisch Ramen essen – alle anderen Restaurants hatten schon zu. Also über das Thema Ladenöffnungszeiten muss ich bei Zeiten auch noch mal eine Diskussion mit Herrn A. führen :-)

Schlauerweise habe ich die Fotos zu der Wanderung auf meinem Laptop vergessen - reiche ich morgen nach. "Vergessen" wird nochmal mein vierter Vorname werden..

Auf die Schnelle zwei lustige Beobachtungen :

1.)Es gibt kein Lied, dass man nicht zu Fahrstuhlmusik machen könnte. Bisherige Highlights : ACDCs „Highway to Hell“ auf Piano und eben gerade diverse Songs von John Lennon, in der Warteschlange vor dem Geldautomaten in der SMBC-Bank. Hätte da auch noch Ideen, für Fahrstuhlmusik in Banken, ganz toll fände ich z.B. „die Internationale“ oder die Sowjetische Hymne – ach, in Zeiten wo China zur Wirtschaftsmacht aufsteigt, wird das wahrscheinlich noch zur Pflicht.

2.)Zähne putzen kann man hier anscheinend immer und überall. Gerade begegnete mir auf dem Flur wieder ein sich die Zähne putzender Kollege und ein andere wanderte durch die Toilette. Auch im Büro vor den Computern sieht man das häufig, wird also anscheinend toleriert.

SCIS 2006 Hiroshima

Nun bin ich im schoenen Hiroshima auf dem SCIS 2006. Leider habe ich meinen PCMCIA-Adapter fuer meine CF-Karte vergessen, aber Fotos werden nachgereicht. Achso und untergekommen bin ich im Prince-Hotel, sehr schoen, aber kein Internet auf dem Zimmer (aber immerhin in der Lobby).

Montagssitzung

Also aller-erstens mal : gestern war ein schöner Tag, über den ich später nochmal bloggen werde.

Zweitens ärgere ich mich mal wieder über die, offenbar jedem Lastwagen beigestellten, verkehrsregelnden Hilfskräfte. Anscheinend muss man nicht zwingend einen Führerschein haben, noch jemals aktiv am Straßenverkehr teilgenommen haben, um diesen Beruf auszuüben. Das Verhalten dieser lichtschwertschwingenden und behelmten Gesellen lässt mich das jedenfalls denken. Ganz besonders Reizvoll wird es auf Japans Straßen, wenn zwei Lastwagen gegenüber anhalten und so 2 "Lichtschwertcrews" auf engem Raum operieren. Hierbei lässt sich die Unlust der Japaner zu kommunizieren vortrefflich beobachten ;-) Wie Gut, dass ich hier nur Fahrradfahren muss.

Drittens : Mein neuer Screensaver

Viertens stelle ich mir aus aktuellem Anlass gerade die Frage, warum a) die Toilette, die seit Ende Dezember defekt ist immer noch nicht repariert worden ist und b) warum es in diesem Land keine Klobürsten gibt. Es ist jedenfalls nicht so, dass hier keine gebraucht würden...

Als Fünftes habe ich noch einen Hörbuch-Tipp : Gefühltes Wissen. Besonders gut finde ich das Gedicht „Niedersachsen“. Allerdings ist es eine Unverschämtheit, dass Winsen / Luhe keine Erwähnung findet, ich hoffe doch stark, dass das nach gebessert wird! (Es sprach der Winsener - pardon Winseat - in mir)

Wem das Lesen des heutigen Artikels nicht genug (Arbeits-) Zeit gekostet hat, dem sei dieser Test empfohlen.(Englisch, aber das ist ja heutzutage kein Problem, ODER?)

Mein Ergebnis:

Linguistics

100%

Philosophy

92%

Engineering

92%

Journalism

83%

Sociology

83%

Anthropology

83%

Biology

75%

Mathematics

67%

English

67%

Chemistry

42%

Psychology

42%

Theater

42%

Dance

17%

Art

8%

What is your Perfect Major? (PLEASE RATE ME!!<3)
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..nichts Neues.

Hier ist immernoch nichts los, außer dass das Wetter schlechter wird, die Klimaanlage wieder funktioniert, aber eins von zwei Klos immernoch defekt ist, deshalb einige Geschichten:

Jenglish Vokabel : "emergency suit" - als ich das hörte, dachte ich spontan an eine Schwimmweste, oder etwas ähnliches. Gemeint war allerdings ein Anzug, den man für den (Not-)Fall in der Firma im Schrank hat, dass hoher Besuch kommt und man in normalen Klamotten erschienen ist.

Heute habe ich gelernt, wie meine Lieblingsfigur bei Anpanman (Anime) heißt. ばいきんまん (Baikin-man) und ドキンちゃん (Dokin-chan). ばい菌 (Baikin) heißt so viel wie Bazillus und damit ist Baikin-man natürlich der Feind von Anpan-man (der ja ein Nahrungsmittel ist) - die Welt mach doch Sinn (schau an)! ドキン (Dokin) kommt einfach nur vom ドキドキ (DokiDoki = Herzschlagton), weil sie in Shokupan-man verliebt ist. ;-) Wissen, das die Welt nicht braucht. Andererseits fiehl mir dabei eine neue Anmache ein. "Baby, sei meine Dokin-chan und laß mich Dein Shokupanman sein." Wer lieber eine Sklave-Domina-Beziehung führt, ersetzt einfach Shokupanman durch Baikinman. Warum ein so begabter junger Mann wie ich noch Single ist, fragt man sich da doch gleich, oder? *g*

Hier bin ich mit Dokin-chan, Baikin-man und Anpan-man abgelichtet, falls Ihr es übersehen hattet.

Gestern nach der Arbeit bin ich mal wieder etwas geradelt, diesesmal bis Kawagoe um mal zu sehen, wie weit denn mein Fußmarsch war, den ich vor kurzem gemacht hatte, als ich den letzten Zug nach Hause verpasst hatte. Es sind nur ca 6 km, jedoch mitlerweile kommt mir das schon weit vor.

Was gibt es sonst noch zu berichten? Also meine IPOD möchte ich wirklich nicht missen, ich schaue mir jeden Tag die Nachrichten von der ARD als Video-Podcast an und höre andere Nachrichten (Hauptsächlich D-Radio und Discovery ). Nachdem ich das Gerät nun auch unter allen Architekturen verwenden kann (von Win98 bis Gentoo-Linux), bin ich recht zufrieden. Das man die Videos erst umkodieren muß ist zwar etwas lästig, aber dank moderner PCs geht das ja zum Glück schnell. Dabei fällt mir ein:

Achso und einen hab' ich noch:

Spiegel Online schreibt:

(..) Frontmann Pete Townshend hörte zu diesem Zeitpunkt vermutlich schon ziemlich schlecht, weil er bereits viele Jahre lang neben vorsätzlich bis zum Anschlag ausgereizten Lautsprechertürmen Gitarren zertrümmert hatte.

Inzwischen aber hat der Rock-Gott andere Sorgen. "Wenn Sie einen iPod oder so etwas benutzen, oder ihr Kind, KÖNNTEN sie Glück haben ... Aber meine Intuition sagt mir, dass entsetzliche Probleme auf Sie zukommen.", schrieb Townshend auf seiner Webseite. Er sorgt sich, kein Witz, ums Gehör der Jugend. (..)

Jaja, das Alter und das "Früher-war-alles-besser Syndrom". :-) Selten genug, dass bei Spiegel-Online ein guter Artikel zu finden ist, aber bei diesem habe ich mich sehr amüsiert. Außerdem gibt es noch ein "full ACK" ;-)

Zu guter letzt noch zwei Fotos. Mein Fahrrad vs. Kittychans Bike (und wird dabei als Kleiderständer mißbraucht) und der schöne Ausblick vom Bahnhof Kamifukuoka in Richtung Kawagoe.

Kittybike
Welches Gefährt würde in Deutschland mehr auffallen? ;-)
Kamifukuokaeki
Schöne Aussicht in Richtung Kawagoe

Propaganda! (Werbung)

Propaganda heisst auf Spanisch uebrigens einfach nur Werbung - fuer Deutsche hat das ja dann doch eine etwas abweichende Bedeutung. Hier ist absolut nichts los, deshalb poste ich mal ein paar Zettel, die ich schon lange mal posten wollte.

Als erstes mal Pizza-Werbung, von der ich taeglich durchschnittlich zwei bekomme. Dieses mal ganz toll - "German Pizza", was immer das auch seien mag (^_^;; Naja, bei uns gibt's ja auch die Japan-Wochen bei McDonalds, also was solls.

pizza
Komische Spezialitaeten sind das :-D

Wie man sieht ist Pizza hier ein richtiges Luxus-Essen, weswegen ich hier auch noch keine Pizza gegessen habe. TKP gibt es hier auch, ist aber auch nicht billig, so ca 500 Yen muss man investieren. Hier mal ein paar Beispiele, fuer was unschuldige Anime-Charakter alles Werbung machen muessen.

Hamtaro
Hamtaro, ist ja auch bei Deutschen Kiddies sehr beliebt, genauso wie Pizza .

Dann haette ich hier noch Werbung fuer einen Zahnarzt - inklusive Manga. Auch niedlich.

Haisha
Werbung fuer einen Zahnarzt - nett.

Hier die Verpackung von den 三色まんじゅう(3 Farben Manjuu), die ich als Omiyage vom Kusatsu Onsen mitgebracht habe. Da sage nochmal eine Japaner koennen nicht schoen einpacken!

manjuu
3 verschiedene Manjuh - sehr schmackhaft und huebsch verpackt.

Ueber diese Werbung habe ich sehr gelacht :-)

kawaiijanai
Erstens lusig - zweitens grusellig :-)

Das war's dann auch fuer heute, vorraussichtlich werde ich erst am Sonntag wieder etwas unternehmen, was berichtenswert ist.

Montag - Feiertag

Da am Montag (wieder ein mal) ein Feiertag war, trieb ich mich mit Freunden und deren Familie in Tokyo rum. Ich habe sozusagen "Fremdenführer" gespielt :-)

Nun, hier sind einige Bilder:

daiba222
もう一度お台場。 Mal wieder Odaiba
affe
Ja - ich bin ein Affe! :-)
Anpanmansuki
Hiermit Gruesse an meinen Neffen!

Samstag - Saitama-ken

Wie schoen wieder "zu Hause" zu sein. Dieses Wochenende vergnuege ich mich nur hier in der Gegend. Die letzte Reise reicht immernoch nach. Am Samstag kam Dan dann mal nach Kami-Fukuoka. Wir trafen uns zum essen bei Freunden, wo ich mich an "Deutscher" Kuecher versuchte. Nunja, der Geschmack war vielleicht nicht ganz orginal, mangels Zutaten - aber es war totzdem ganz lustig. Nach dem Essen fuhren wir noch Lucy im Krankenhaus in Kawagoe besuchen. Nach einem "Mamachari vs Mamachari" crash liegt sie wegen einer Rueckenverletzung im Krankenhaus, mindestens noch einen Monat. 可愛いそう。Anschliessend machten wir noch etwas Nacht-Sight-Seeing in Kawagoe. Leider konnte ich Dan in Sachen Sight-Seeing nicht so viel bieten, aber ich denke, dass er sich trotzdem einigermassen amuesiert hat. Hier mal 2 Bilder.

gaijintachi
外人3人川越で - 3 Auslaender in Kawagoe
english
Beispiel fuer komisches Englisch.

居眠り - Inemuri

Da ich gerade drüber stolpere :

Honoratioren nicken in Vorträgen ein, Topmanager in Sitzungen. Junge, aufstrebende Mitarbeiter sollten es allerdings mit inemuri nicht übertreiben, sondern warten, bis ihre Karriere die öffentliche Erschöpfung auch glaubhaft macht. Je bigger der Boss, desto demonstrativer sein Schlaf. Brigitte Steger kennt einen Topmanager, der bei Sitzungen regelmäßig eine Runde schlief, um seine Untergebenen, wie er sagte, von seiner übermächtigen Präsenz zu entlasten. In Wirklichkeit tat er nur so. Er lauerte im so genannten Dachsschlaf und wusste, dass seine Angestellten das wussten.

Link zum Artikel.

Ich habe auch schon einige Male erlebt, wie einer meiner (vielen vielen) Bosse auf Sitzungen „Inemuri“ hielt, auch kann ich mich erinnern, dass die Leute vom TÜV sich wohl darüber pikierten, dass einer der KDDI Mitarbeiter am Stand beim German Japanese Security Symposium schlief.

Eigentlich passt es ja doch gut, denn auf meiner Reise habe ich viel „Inemuri“ gehalten. Das Überall-Schlafen habe ich schon bei meinem letztem Aufenthalt in Japan schnell adaptiert und auch die Sache mit dem rechtzeitigen Aufwachen klappt irgendwie auch immer. Es ist wirklich nur eine Art Halbschlaf – man kriegt irgendwie noch mit, was um einen herum passiert, aber der Körper schläft. Wenn man wieder „aufwacht“ weiß man allerdings manchmal nicht mehr genau, was jetzt wirklich passiert ist und was man geträumt hat – die Übergänge sind da recht fließend. Also man weiß zum Beispiel noch, wo man ist, aber man kann nicht genau sagen, ob eine Familie eingestiegen ist und ob beim losfahren ein Kind der Familie hingefallen ist. Irgendwo im Kopf spukt dieser Gedanke – aber sicher ist man sich nicht. „Inemuri“ macht auch manche Situationen erst ertragbar, zum Beispiel, wenn man in der völlig überfüllten Tobu-Line 20 Minuten nach Hause fährt. Überfüllt heißt hier : Wenn die Türen aufgehen, fallen die Leute raus – buchstäblich! Da man in dem Zug kaum Luft bekommt und sich nicht bewegen kann (in der Tat könnte man sich nicht einmal am Kopf kratzen oder auch nur auf die Uhr schauen), ist es hilfreich, wenn man in diesen Zustand verfällt, weil man so die Zeit nicht bemerkt – schön wird die Situation dadurch auch nicht – aber man hat das Gefühl, als ob sie schnell vorbei geht.

Was übrigens lustig an „Inemuri“ ist, dass man (wenn man denn wach bleibt) im Zug manchmal völlig fremde beobachten kann, wie sie sich nebeneinander setzten, fast gleichzeitig einschlafen und im Schlaf sich „zusammen kuscheln“ wie kleine Kinder. Das ist manchmal richtig niedlich anzusehen – wenn ich es andererseits auch irgendwie unhygienisch finde :)

Erstaunlich ist wirklich die Tatsache, dass selten geschnarcht wird. Das ist deshalb erstaunlich, weil ansonsten Schnarchen wohl zum guten Ton gehört, ich jedenfalls kann aus eigener Erfahrung sagen, dass Japaner Schnarchen wie die Holzfäller.

Ihr wollt Bilder?

Dann sollt Ihr auch Bilder bekommen. Dieses schöne Foto habe ich zum Beispiel im „Chanal City“ Einkaufszentrum in Fukuoka gemacht. Ich frage mich, wer so etwas kauft?

Geschmacklosigkeiten
Vergangenheitsbewältigung als Sticker für's Auto, oder was?

Das nächste Foto habe ich bei einem abendlichen Spaziergang in Fukuma aufgenommen. Erstaunlicher Weise konnte ich mich noch an alle Wege erinnern – habe anscheinend ein gutes Gedächtnis für Orte.

Fuknacht
Fukuma bei Nacht.

Hier mal ein Foto von der japanischen Art zu heizen. Ein Diesel-Öl betriebener Heizlüfter – und wir haben in Deutschland eine Diskussion über Rußpartikelfilter.

danbou
暖房です。 Allseitz beliebte japanische Heitzung.

Das hier ist ein japanischer Lebkuchen. Irgendwie hatte ich Lebkuchen wohlschmeckender in Erinnerung. Der Geschmack war etwas salzig - trocken und hart. Habe ihn dann aber doch geschluckt

lebwohlkuchen
Japanischer Lebkuchen - schmeckt bitter und ist hart.

Wenn die Tobu-Line so leer ist, wie auf diesem Bild, dann ist es wohl der Erste Zug. Wirklich ein komisches Gefühl.

Tobusen
Tobu Line - ungewohnt leer

Etwas positives

Um mal zur Abwechslung etwas positives zu berichten: Die Klima-Anlage in der Firma hat anscheinend die Dauerbelastung nicht mehr ausgehalten und den Geist aufgegeben => für mich angenehme Temperatur von ca 20 Grad. Hoffentilch bleibt sie lange in diesem Zustand. :-D

Scham- oder Schuldkultur

Wie schön, dass ich nun wieder einmal einen Grunde gefunden habe, mich vor der eigentlichen Arbeit zu drücken *1, indem ich diesen keinen Eintrag in meinen Blog schreibe.

Ich habe noch gar nicht über einen wesentlichen Grund geschrieben, weshalb ich mich (und vielleicht auch der ein oder andere „Gaijin“) manchmal nicht mit Japanern verstehe. Es besteht ein wesentlicher Unterschied im Empfinden und Verarbeiten von Unrecht zwischen europäisch christlich westlichen Kulturen und der ostasiatischen Kultur. In meinem Fall also konkret der Unterschied zwischen dem Deutschen und dem Japanischem Empfinden.

In Deutschland herrscht die (wohl) so genannte „Schuldkultur“, wonach vereinfacht gesagt derjenige ein Unrecht zu beseitigen hat, der es begangen hat. Das eigene Gewissen hat dadurch einen hohen Stellenwert.*2 Die Wurzeln dieser Kultur sind wohl eindeutig im Christentum (Sühne – Beichte – Vergebung etc) zu suchen – weswegen ich beginne zu verstehen, warum das Christentum eigentlich notwendig für das überleben der westlichen Gesellschaften ist. Ohne ein Gewissen, ist die Schuldkultur nicht haltbar und einigen Menschen fehlt die Gabe ein Gewissen vor sich selbst heraus zu bilden, weswegen ein Gott, vor dem man sich (später) zu verantworten hat, vielleicht – im Sinne der Gemeinschaft – nicht das schlechteste ist.

In Japan dagegen ist die „Schamkultur“ vorherrschend. Es fällt mir etwas schwer diese Kultur zu beschreiben, da ich ihr ja nicht angehöre. Ich versuche es trotzdem mal. Im Gegensatz zur „Schuldkultur“ muss derjenige, dem Unrecht widerfahren ist, für die Wiederherstellung seiner Ehre oder seines Ansehens in der Gesellschaft sorgen. Ich will nicht behaupten, dass es in dieser Kultur kein Gewissen gäbe, jedoch unterscheidet es sich in dem, von dem was ich als Gewissen verstehe. Es ist mehr ein Gewissen vor den anderen als ein Gewissen vor sich selbst.

Ich versuche es mal anhand eines übersimplifiziertem Beispiels : Jemand geht nachts, wo es keiner sieht, bei rot über eine Ampel. Schuldkultur : schlechtes Gewissen, man hat etwas falsches gemacht. Schamkultur : keinem wurde etwas schlechtes Angetan – ruhiges Gewissen. Wie gesagt, es ist übersimplifiziert und soll nur die ungefähre Richtung zeigen.

Ich für mein Teil habe ein vielleicht zu stark ausgeprägtes Gewissen, weshalb ich wohl von anderen Menschen auch ein, dem (was ich für ihr Gewissen halten würde – also Schuldkultur-Gewissen) Gewissen entsprechendes Verhalten erwarte. Weniger kümmert mich Gesellschaftliches Ansehen, da die Regeln, die von der Gesellschaft aufgestellt werden nicht unbedingt denen entsprechen, die meinem Gewissen entsprechen. Nicht umsonst gibt es den Ausdruck „Handeln nach bestem Wissen und Gewissen“

Stichpunkte:

Schuldkultur : Täterrolle (warum hab(en) ich/wir es getan), Selbstkritik, moralische Zwänge, Individuum vor Gesellschaft, Individuum vs Gesellschaft

Schamkultur: Opferrolle (warum hat er es mir/uns angetan), Kritik durch andere (die Gesellschaft) Verhaltenskodex, Gesellschaft vor Individuum, Gesellschaft vs Nicht-Gesellschaft

Das ist wirklich ein schwieriges Thema und mir als IT-Idioten fällt es auch nicht leicht es zu erläutern. Vielleicht konnte meinen Ausführungen doch der ein oder andere Folgen – Björns Weltbild ist halt etwas „verschoben“ (oder „verschroben“?). ;-)

*1 immer noch Power Point *2 Weswegen übrigens gewissenlose Leute so gut in der westlichen Welt vorankommen und Leben können – wer kein Gewissen hat, kann einfach rücksichtslos alles machen, was er will, kaum jemand wird ihn bremsen (ausnutzen der moralischen Zwänge anderer), solange es sich im gesetzlich legalem Rahmen bewegt – siehe diverse Banken Skandale etc.

Links zum Thema :

sehr Interessant

der Unterschied betrifft auch Moslems und Christen

Siegmund Freud „Ich, Es und Über-Ich“ - link

Stuff I learned recently..

1.) Ich bin arrogant (was habe ich mich nicht über diese Erkenntnis geärgert)

2.) Mit Essstäbchen umzugehen ist für Europäer / Weiße (Schwarze sowieso) gänzlich unmöglich. Durch Gottes Gnade und  Eingebung und nur durch ganz besondere Demut ist es mir vergönnt diese Gabe der ostasiatischen Herrenrasse zu erlernen - ich werde in Zukunft jedes diesbezügliche Kompliment lächelnd entgegennehmen und nicht, wie bisher geplant, dem nächstem, der mir sagt, wie toll ich diese Gabe beherrsche, jene Essutensilien in seinen Anus platzieren.

3.) Wenn ich einen schlechten Tag habe, hilft nichts, mich aufzumuntern. Ganz besonders hilft es nicht, mich bis aufs Blut zu reizen - ich weiß schon, es ist eine weit verbreitete Theorie, dass wenn man jemanden etwas machen lassen will, man ihn dazu triezt - diese negativ-Motivation hat bei mir so lange ich denken kann noch nie funktioniert - auch wenn es wahrscheinlich in 1001 Pädagogiklehrbüchern als Wunderwaffe beschrieben ist.

4.) ICH verstehe keine Japaner, das liegt daran, dass sie so komplizierte Menschen sind, dass man ihr Verhalten nicht einfach in einem Buch zusammenfassen könnte, wie man es ja mit dem Verhalten von 外人"~Westlern" machen kann. Japaner sind einfach zu verschieden und haben so viele verschiedene Nuancen und sind halt nicht so gleich, wie der Rest der Erde, der sich bekanntlich ja ausschließlich in China, Afrika und Amerika* aufteilt, wobei ja der Unterschied zwischen Afrika und Amerika auch wieder nicht so groß ist.

5.) Ich bin vielleicht etwas zu zynisch. Meistens macht das zu mindestens hier nichts, da es die meisten Leute eh nicht verstehen - und ob sie mich nun so - oder so nicht verstehen bleibt sich auch irgendwie gleich.

*Europa ist Amerika. Früher, so ca bis zum zweiten Weltkrieg, gab es noch Europa. Das war ein Ort, wo Mozart, Da Vinci, Bach&Beethoven (die beiden Zwillinge, k.A. weiß ich als Amerikaner ja nicht), Baumkuchen und Windmühlen herkamen. Nun gibt es dort allerdings nichts mehr außer Fast-Food Restaurants, Autobahnen, Sexsexsex und Neonazis.

PS (muss ja wohl leider): Nicht alles, was ich schreibe / sage unbedingt persönlich nehmen oder am ende noch glauben! Es ist mehr so eine Art "Internet-Wichsen" - Entschuldigung, aber das trifft es wohl. Damit bin ich wohl mindestens exhibitionistisch und klettere in der "Nasty-igkeits Skala" von meinen peinlichen 77% auf mindestens 70%! (und die Frauenfragen sind harmloser)

Nur so : Für Leute, die Statistiken lieben wie ich.

Auch nur mal so : Website zum Thema 外人 - Diskriminierung in Japan (gibt es natürlich nicht in der Wirklichkeit)

Rueckweg

So, das war 's jetzt hier in Fukuoka, gleich mache ich mich auf den Rueckweg. Das hier der Zugplan, so wie ich ihn mir selber auf mein Handy gemailt habe. Hoffentlich klappt das auch.

09:06発 59分 42.9km [普通] 鹿児島本線(門司港-八代) 時刻表 10:05着 小倉(福岡県) 時刻表 10:14発 6分 5.5km [普通] 鹿児島本線(門司港-八代) 時刻表 10:20着 門司(福岡県) 時刻表 10:21発 7分 6.3km [普通] 山陽本線(下関-門司) 時刻表 10:28着 下関(山口県) 時刻表 10:32発 69分 68.9km [普通] 山陽本線(岡山-下関) 時刻表 11:41着 新山口(山口県) 時刻表 11:44発 42分 44.3km [普通] 山陽本線(岡山-下関) 時刻表 12:26着 徳山(山口県) 時刻表 12:28発 276分 271.5km [快速] シティライナー 17:04着 岡山(岡山県) 時刻表 17:21発 86分 88.6km [普通] 山陽本線(神戸-岡山) 時刻表 18:47着 姫路(兵庫県) 時刻表 19:01発 139分 198.4km [快速] 東海道山陽本線新快速 21:20着 米原(滋賀県) 時刻表 21:24発 41分 35.9km [普通] 東海道本線(熱海-米原) 時刻表 22:05着 大垣(岐阜県) 時刻表 23:19発 315分 403.2km[有料列車] ムーンライトながら 04:34着 品川(東京都) 時刻表 04:42発 29分 15.4km [普通] 山手線 時刻表 05:11着 池袋(東京都) 時刻表 05:15発 35分 24.2km [普通] 東武東上線 時刻表 05:50着 ふじみ野(埼玉県)

Im Nachhinein laesst sich als Fazit wohl festhalten, dass ich mir die Reise gerne haette sparen koennen - Hinterher ist man immer Schlauer. Diese paar Tage frei waren das genaue Gegenteil von Erholung / Urlaub. Morgen, nach meiner Ankunft um 5 Uhr darf ich gleich wieder Arbeiten, darauf habe ich schon ueberhaupt keine Lust. Vielleicht habe ich ja Glueck und es gibt endlich das nachste grosse Kanto Beben, dann brauch ich nicht zur Arbeit (^_^;;

So, jetzt muss ich aber los - nervig - nervig - nervig - nervig - nervig - nervig - nervig keine Lust.

福間神社

leute
人が多い。。
food
essen!

Um mich etwas abzulenken, ist mir gerade jedes Mittel recht. Heute war ich unter anderem im 宮地嶽神社 (Miyajidake-Schrein), nochmals beten. Hilft bei mir aber nicht - bin halt nicht religioes - was soll ich machen. Egal, jedenfalls das gute an japanischen Schreinen ist, dass es immer reichlich Fressbuden gibt, so habe ich auch gleich gut zugeschlagen (Frustfressen) und mich von たこ焼き (Takoyaki) und おもち (Mochi) troesten lassen. (^_^; Wie das nun wieder klingt - Bannane!

mahlzeit
Sukiyaki

Gleich gibt es noch すき焼き (Sukiyaki), davon kann ich ja sowieso nicht genug bekommen. Was ich morgen machen, weiss ich nocht nicht - relaxen und latschen wahrscheinlich. Uebermorgen morgens geht's dann auf den Rueckweg - diesmal habe ich auch sogar eine Reservierung fuer den Nachtzug - man lernt ja dazu.

Reise Nachtrag

Hm - jetzt habe ich mal Zeit - und nicht berichtenswertes passiert. Nunja, schreibe ich halt einen Nachtrag von meiner Zugfahrt. Ganz im japanischen Stil habe ich auf meinem Handy etwas mitgeblogt, eigentlich wollte ich das nicht veroeffentlichen, aber irgendwie ist mir das jetzt auch egal. Also hier die Deupaninsh Version :

933Ikeb Ticket Office Schlange stehen.Toll, dass man in diesem Entwicklungsland seine Tickets am Schalte. Ganz toll auch,die B die sich ne Auskunft holen.Kursbuch-welcome to the 60s. So 957 こまごめ YS und so ein haesslicher scheiss Tokyo-Affe nervt mich tierisch,weil er 1.5 Plaetze braucht. Du dumme Schwuchtel! Achso,erst gross Werbung von wegen CC大丈夫 aber meine visa ging na klar nicht.. 1033時東京で出発した。Gerade: Kind lacht,Mimmer "schhh"-kein Wunder dass jap so viel humor haben. 1213 熱海で出発した。fressen und Bier saufen im Zug年末でしょう!1500浜松。Immerhin habe ich nun einen Sitzplatz.ふつ電車heisst hier wirklich Bummelzug. OT aber es faellt mir gerade ein.Es waere interessant,wenn man im Zug anderer Leute Musik hoeren koennte.Das wuerde zumindestens mich mal interessieren. 1555豊原で到着して、休んで、1637出発した。1734Durchfahrt 名古屋。名古屋から雪たくさんがたてた。 1850米原到着 1945Durchfahrt 京都 2015大阪到着 2030出発 toll kein kyushu night So 2113 auf dem Weg nach 姫路.Wenn das nicht klappt mit dem Zug, dann darf ich mir schonmal ueberlegen,wo ich uebernachte+das ich noch einen Tag verliere! Wehe JR!? 外人ボンist wieder happy!2200きっぶあて、食べた(*^_^*) 出発は2322。ところで今姫路にいる。 2225Das Bon wieder boese - Rauchverbot gilt wohl micht 年末 oder nicht in der Provinz.2323姫路出発 20vor3 still alive..530目覚まし時計gaehn.まもなく門司だ。アァ前は下関だ。 Wo ich gerade schwitze (trotz T=Shirt) und an meinem Temperaturempfinden zweifle,sehe ich einen,dem es genauso geht - Chinese - faellt wohl auch unter die Kathegorie Mensch und nicht Hoellen-insasse.Japaner sitzen hier mit Pulli und Jacke. Viel auch gerade der Chinesin auf. 門司で558普通電車乗り換えた。朝ご飯はセサミクーキとコーラーだた。Bon Apetit! 717 casa del abe 到着した。安部さんを起きた(^^;)ごめん

Tja, ob irgendjemand ausser mir aus den Notizen schlau wird, weiss ich auch nicht. Also ich "uebersetzte" mal: Abfahrt war 8:50 Uhr in Fujimino. Ich hatte Glueck, dass ich gerade noch den Express erwischt hatte. In Ikebukuro bin ich dann erstmal rumgeirrt, auf der Suche nach dem Ticket-Office. Leider kann man das "青春18歳きっぷ" nicht am Automaten kaufen. Egal, was die Leute immer laestern, ich mag Automaten lieber, als Schalter. Die neuen Automaten der DB sind uebrigens echt gut - wenn man das mal mit denen hier vergleicht. Den Service sich eine Routenauskunft und einen Fahrplan auszudrucken vermisse ich wirklich. Nach etwas Schlange stehen hatte ich dann mein Ticket. Etwas nervig ist auch, dass an Tagen mit so hohem Aufkommen an Leuten, einige Leute sich doch sehr ausfuehrlich beraten lassen. Auch toll, dass die Angestellten da anscheinend keinen Zugang zu einem digitalem System haben, sondern immer alles in einem riesigen Kursbuch nachschauen muessen. Das ist wirklich Steinzeit. Als ich dann mein Ticket hatte, war ich erstmal froh und machte mich auf den Weg. Erstmal mit der allseits beliebten 山手線 (Yamanote-Sen) nach Tokyo und dort dann in die 東海道本線. Wenn im Zug gefuttert und Bier getrunken wird, dann ist wirklich Jahresende - echt merkwuerdig. Das habe ich auch noch nicht verstannden, einerseits gilt es als Unhoeflich unterwegs / im Zug zu essen, aber z.B. am Jahresende machen es alle - verstehe das einer, ich nicht. Genauso mit dem Rauchverbot - das scheint auch nicht zu gelten, am Jahresende. Wenn ich ein Ami waere, wuerde ich vielleicht sagen "Thank god for my I-POD", so hatte ich Unterhaltung. Ich dachte ja erst, mein IPOD haette sich puenktlich zur Reise verabschiedet, aber nach dem ich ihn resettet hatte, ging er den Rest der Reise einwandfrei. Wenn man darauf verzichtet, Videos oder Fotos zu schauen haelt der Aku auch wirklich ewig. In Nagoya lag eine Menge Schnee und ich war schon etwas genervt von der Umsteigerei. Wenn ich jetzt an den Rueckweg denke, habe ich schon keine Lust :-( In Osaka erfuhr ich dann, dass man fuer den Nachtzug eine Reservierung braucht. Gut, dass mir das wieder keiner gesagt hat. Freie Plaetze gab es natuerlich keine. Meine Gedanken waren sicherlich nicht froehlich zu der Zeit. Ich entschloss mich, einfach erstmal nach Himeji weiterzufahren und es dort nochmal zu versuchen. Falls es nicht klappen wuerde, muesste ich halt irgendwo uebernachten - oder mich so in den Zug schleichen. In Himeji hatte ich dann aber wirklich Glueck, nachdem es erst hiess ”Nein, unmoeglich", ging es dann doch, weil wohl jemand in letzter Sekunde abgesagt hatte. Andererseits wollte im Zug niemand mein Ticket sehen, also haette ich mich auch so an Board schleichen koennen. Ich glaube auch, dass einige das so gemacht aheben. Das tolle war auch mal wieder, dass der Zug trotz, dass er ja angeblich ausgebucht war, nicht voll war. Das kommt halt dabei raus, weil man alles reservieren muss, reservieren die Leute hier gleich alles reichlich. Koennte ich mich immer wieder drueber aufregen. War ja aber bis vor kurzen bei der Deutschen Bahn auch nicht bessser, wenn ich da an die Sitzplatzreservierung im ICE denke. Immerhin konnte man da noch an Board und sich einfach einen Platz suchen. Egal, jedenfalls hatte ich mein Ticket und hatte gute Laune, vorallem, nachdem ich etwas gegessen hatte (bei Lotteria). Der "Moonlight Kyushu" Zug ist auch lustig. Es ist halt ein ziemlich normaler Local-Train, warum man nun unbedingt eine Reservierung braucht, verstehe ich nicht. Sollen sie halt Leute ohne an Board lassen, muessen die halt stehen. Im Shinkansen darf man doch auch 5 Stunden stehen, wenn man keine Reservierung hat. Ich war zu der Zeit aber schon so muede, dass ich auch im Stehen haette schlafen koennen. Ich brauchte mich nur hinsetzen und Musik einschalten, schon war ich eingeschlafen. Gut, dass ich mir vorher mein Handy als Wecker gestellt hatte, sonst waere ich noch bis Hakata gefahren. Achso in Shimonoseke so gegen 3 Uhr bin ich nochmal wach geworden, weil der halbe Zug rausstuermte einen Bento-Stand ueberfallen. Wenns ums Essen geht, hoert hier auch die Zivilisation auf. Ab Moji ging es dann mit dem Lokal-Train weiter nach Higashi-Fukuma. Lustiger Weise, war der Bummelzug immer vor dem Moonlight Kyushu, was auch irgendwie auf das Tempo dieses Zuges schliessen laesst. Um 7 Uhr war ich dann in Higashi-Fukuma, sehr positiv erstmal, das es relativ warm war. Tjo, dann habe ich mich erstmal etwas hingelegt - anschliessend dann der Spaziergang, ueber den ich schon geschrieben habe.Wie langweilig - tjo, aber so wars halt.

Neujahr, Silvester und ueberhaupt

Heute erzaehle ich mal eine kleine Geschichte, von einem Mann, der den Jahreswechsel nicht leiden konnte. Er konnte Silvester noch nie leiden, weil er im Rueckblick auf das vergangene und der Vorrausschau auf das kommende Jahr immer leicht depressiv wurde. Jedes Jahr wurde es schlimmer mit ihm. Eines Jahresendes, beschloss er aus einer ueblen Laune herraus, die er schon seid Tagen vor sich herschob, sein Leben zu aendern und zwar in der Hinsicht, nurnoch unverbluemt die Wahrheit zu sagen. Was fuer absonderliche Ideen der Mann doch hatte. Seine Idee endete damit, dass er sich selbst und noch eine Person, die hier aber keine weitere Rolle spielt, so ungluecklich macht, dass nicht nur er in das neue Jahr hineinweint und selbstzweifel hegt, sondern auch jene Peron sich in dem selben Zustand befindet - Der Trugschluss war der, dass er dachte, dass wenn er die Wahrheit sagt, schlimme Dinge vermieden wuerden. Er vergass dabei, dass Empfindungen keine Fakten sind, die im boolschen Sinne TRUE oder FALSE sind. Empfindungen sind Zeitabhaengig - was jetzt noch TRUE ist - ist vielleicht in 10 Minuten doch FALSE. Die momentane Luege schaft die Zeit, etwas zu ueberdenken. Ohne momentane Luegen kommt es zu falschen unerwuenschten Ergebnissen, in folge dessen man jemanden verletzt, den man wirklich mag. End of Lesson

Und was habe ich heute gelernt? Ich weiss jetzt wirklich, was es heisst "sich zum kotzen FUEHLEN". Das Gefuehl ist mehrfach schlimmer, als das, was man hat, wenn man sich wegen dem uebermaessigem Genuss von Alkohol uebergeben muss. Ich wuensche niemandem (halbwegs anstaendigem) dieses Gefuehl - ich jedoch habe es mir redlich verdient.

Archiv Januar 2006