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Bjoerns Blog
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Scham- oder Schuldkultur
Wie schön, dass ich nun wieder einmal einen Grunde gefunden habe, mich vor der eigentlichen Arbeit zu drücken *1, indem ich diesen keinen Eintrag in meinen Blog schreibe. Ich habe noch gar nicht über einen wesentlichen Grund geschrieben, weshalb ich mich (und vielleicht auch der ein oder andere „Gaijin“) manchmal nicht mit Japanern verstehe. Es besteht ein wesentlicher Unterschied im Empfinden und Verarbeiten von Unrecht zwischen europäisch christlich westlichen Kulturen und der ostasiatischen Kultur. In meinem Fall also konkret der Unterschied zwischen dem Deutschen und dem Japanischem Empfinden. In Deutschland herrscht die (wohl) so genannte „Schuldkultur“, wonach vereinfacht gesagt derjenige ein Unrecht zu beseitigen hat, der es begangen hat. Das eigene Gewissen hat dadurch einen hohen Stellenwert.*2 Die Wurzeln dieser Kultur sind wohl eindeutig im Christentum (Sühne – Beichte – Vergebung etc) zu suchen – weswegen ich beginne zu verstehen, warum das Christentum eigentlich notwendig für das überleben der westlichen Gesellschaften ist. Ohne ein Gewissen, ist die Schuldkultur nicht haltbar und einigen Menschen fehlt die Gabe ein Gewissen vor sich selbst heraus zu bilden, weswegen ein Gott, vor dem man sich (später) zu verantworten hat, vielleicht – im Sinne der Gemeinschaft – nicht das schlechteste ist. In Japan dagegen ist die „Schamkultur“ vorherrschend. Es fällt mir etwas schwer diese Kultur zu beschreiben, da ich ihr ja nicht angehöre. Ich versuche es trotzdem mal. Im Gegensatz zur „Schuldkultur“ muss derjenige, dem Unrecht widerfahren ist, für die Wiederherstellung seiner Ehre oder seines Ansehens in der Gesellschaft sorgen. Ich will nicht behaupten, dass es in dieser Kultur kein Gewissen gäbe, jedoch unterscheidet es sich in dem, von dem was ich als Gewissen verstehe. Es ist mehr ein Gewissen vor den anderen als ein Gewissen vor sich selbst. Ich versuche es mal anhand eines übersimplifiziertem Beispiels : Jemand geht nachts, wo es keiner sieht, bei rot über eine Ampel. Schuldkultur : schlechtes Gewissen, man hat etwas falsches gemacht. Schamkultur : keinem wurde etwas schlechtes Angetan – ruhiges Gewissen. Wie gesagt, es ist übersimplifiziert und soll nur die ungefähre Richtung zeigen. Ich für mein Teil habe ein vielleicht zu stark ausgeprägtes Gewissen, weshalb ich wohl von anderen Menschen auch ein, dem (was ich für ihr Gewissen halten würde – also Schuldkultur-Gewissen) Gewissen entsprechendes Verhalten erwarte. Weniger kümmert mich Gesellschaftliches Ansehen, da die Regeln, die von der Gesellschaft aufgestellt werden nicht unbedingt denen entsprechen, die meinem Gewissen entsprechen. Nicht umsonst gibt es den Ausdruck „Handeln nach bestem Wissen und Gewissen“ Stichpunkte: Schuldkultur : Täterrolle (warum hab(en) ich/wir es getan), Selbstkritik, moralische Zwänge, Individuum vor Gesellschaft, Individuum vs Gesellschaft Schamkultur: Opferrolle (warum hat er es mir/uns angetan), Kritik durch andere (die Gesellschaft) Verhaltenskodex, Gesellschaft vor Individuum, Gesellschaft vs Nicht-GesellschaftDas ist wirklich ein schwieriges Thema und mir als IT-Idioten fällt es auch nicht leicht es zu erläutern. Vielleicht konnte meinen Ausführungen doch der ein oder andere Folgen – Björns Weltbild ist halt etwas „verschoben“ (oder „verschroben“?). *1 immer noch Power Point *2 Weswegen übrigens gewissenlose Leute so gut in der westlichen Welt vorankommen und Leben können – wer kein Gewissen hat, kann einfach rücksichtslos alles machen, was er will, kaum jemand wird ihn bremsen (ausnutzen der moralischen Zwänge anderer), solange es sich im gesetzlich legalem Rahmen bewegt – siehe diverse Banken Skandale etc. Links zum Thema : der Unterschied betrifft auch Moslems und Christen Siegmund Freud „Ich, Es und Über-Ich“ - link
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